„Im Dauereinsatz – 22 Millionen alarmierende Überstunden bei der Polizei“

GdP-Chef in der „NOZ“ (Neue Osnabrücker Zeitung):

Permanente 12-Stunden-Schichten, Wochenend-Bereitschaften und Dauereinsätze bundesweit – auch 2018 waren Polizistinnen und Polizisten maximal gefordert. Das berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ in ihrer Montagsausgabe. Weiter heißt es: Insgesamt 22 Millionen Überstunden haben sie angehäuft und ein zeitnaher Abbau ist so gut wie ausgeschlossen. „Wir rechnen fest damit, dass sich die Lage auch in Zukunft nicht entspannen, sondern eher noch verschärfen wird“, sagte GdP-Chef Oliver Malchow. Der Grund: Bis 2021 würden etwa 44.000 Kolleginnen und Kollegen in Pension gehen. „Das ist fast jeder sechste Polizist“, schilderte Malchow. Die Länder würden zwar neue Stellen aufbauen, aber die reichen bei weitem nicht aus, um diese Lücke zu schließen.

Großlagen bringen Polizei an die Grenzen der Belastbarkeit

Dauer- und Großeinsätze, wie zum Beispiel im Hambacher Forst, umstrittene Staatsbesuche wie der des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan, Kundgebungen, Demonstrationen und Fußballspiele – durch solche Ereignisse wird die Polizei personell maximal ausgelastet. Hinzu kommen die alltäglichen weiteren Aufgaben. „Die permanenten Dauereinsätze bei polizeilichen Großlagen bringen die Polizistinnen und Polizisten in Deutschland immer wieder an die Grenzen ihrer Belastbarkeit“, sagte der GdP-Chef. Die politische und gesellschaftliche Entwicklung in den letzten Jahren sei im Hinblick auf die Sicherheitslage und die Konsequenzen für die Polizei von der Politik in Bund und Ländern falsch eingeschätzt worden.

Allein in Berlin zähle die Versammlungsbehörde mittlerweile zwischen 4.500 bis 5.000 Demonstrationen und Kundgebungen. Damit habe sich deren Zahl im Vergleich zu 2008 in der Hauptstadt fast verdoppelt. Hinzu kämen die vielen Einsätze an Fußball-Wochenenden, an denen statistisch gerechnet mehr als 1.700 Polizistinnen und Polizisten ausschließlich mit dem Schutz von Fußballspielen der drei Profiligen einschließlich An- und Abreise der Fans beschäftigt seien.

Für viele Einsätze ist Verstärkung nötig

In Deutschland sei kaum ein Bundesland mehr in der Lage, mit eigenen Kräften Großeinsätze zu bewältigen. Es gäbe jährlich mehr als 200 länderübergreifende Polizeieinsätze, bei denen Personalanforderungen an andere Dienststellen gestellt werden. Vor 10 Jahren wären es noch etwa 100 gewesen. Mittlerweile seien aber Verstärkungen aus anderen Bundesländern kaum noch möglich. „Für unverhoffte Ereignisse stehen kaum noch ausgeruhte Kräfte zur Verfügung“, beschreibt Malchow die drastische Lage.

Es müssen dringend Lösungen her. Der niedersächsische GdP-Landeschef, Dietmar Schilff fordert, dass der Überstundenberg zügig abgebaut oder ausgezahlt wird. „Bei allen Polizeibeschäftigten müssen auch dringend die Belastungen reduziert werden“, betonte Schilff. Beamte im Schichtdienst sollten nach Ansicht der GdP eine regelmäßige Erholungskur bekommen.

Verschiedene Medien griffen den Beitrag in der NOZ auf, zum Beispiel auch der Deutschlandfunk.

Quellen dieses Artikels:

GdP-Bundespolizei.de/  sowie auch  GdP.de  vom 07.01.2019


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